Mittelmaß und Wahnsinn

"Gerhard Hastreiter zeigt mit dem Brennglas auf, was nicht funktioniert in unseren Organisationen und wie wir die Spirale von Mittelmaß und Wahnsinn überwinden können"
Ralf Schneider, Group CIO Allianz SE

Neu: Der Podcast

Lesung und Diskussion: Startup-Kultur oder guter Durchschnitt? – Symptome, Ursachen und Behandlung

Die Abendveranstaltung der anarcon GmbH am 26.6.2019 im BalanDeli in München dreht sich um die Fragen, wie die Unternehmenswelt den heutigen Ansprüchen an eine erfolgreiche Führung gerecht werden kann und welche  alteingesessenen Strukturen hierfür aufgebrochen werden. Ich werde dazu aus "Mittelmaß und Wahnsinn" lesen und anschließend zu einer sicher anregenden Diskussionsrunde aufrufen. Die Podiumsrunde bilden zusammen mit mir:

  • Christian Koch, CEO und Founder der Scandio GmbH
  • Robert Panholzer, DACH Channel Manager bei Atlassian
  • Nicola Voss, Senior IT Project Managerin bei Nagarro

Volker Heuer, CEO und Founder der anarcon GmbH, wird die Diskussion moderieren. Beim gemütlichen Ausklang des Abends laden Snacks und Getränke zum Austausch und Networking ein.

Diese Veranstaltung dient einem guten Zweck! Jeder Teilnehmer wird um eine freiwillige Spende für die Integrative Montessori Volksschule an der Balanstraße gebeten, Customer Social Responsibility Kooperationspartner der anarcon. Das BalanDeli sorgt für die kulinarische Verpflegung auf dem Schulcampus und wird an diesem Abend selbst gemachten Köstlichkeiten anbieten.

Mehr zur Veranstaltung und zur Anmeldung hier.

Impressionen: Lesung und mehr am 9.4.2019 im Wayra Open Innovation Hub in München

Beschreibung

Wir proklamieren Fortschritt und Digitalisierung in unseren großen Unternehmen und Organisationen. Dabei legen wir Verhaltensweisen an den Tag, die bisweilen beinahe manisch erscheinen. Trotzdem bleiben die Ergebnisse meist im Mittelmaß stecken. Wir versuchen, eine Welt, die voller neuer Möglichkeiten steckt, mit Methoden zu managen, die noch immer einer frühindustriellen Ära entspringen.

Mit dem provokativen Blick eines Insiders und häufig mit einem Augenzwinkern beschreibt Gerhard Hastreiter den täglichen Spagat zwischen Anspruch und Wirklichkeit und zeigt Wege aus diesem Dilemma.

Er zeigt, wie in unseren großen Organisationen eine Rhetorik der immer währenden Beschleunigung und Disruption gepflegt wird, während das Ergebnis häufig nichts anderes ist als Durchschnitt. Er zeigt in ebenso heiterer wie bisweilen bestürzender Weise, wie uns alte, tief verankerte Verhaltensmuster hindern, das Potenzial tatsächlich zu heben, das Technologie und Digitalisierung versprechen.

Und er sucht nach Strategien, wie wir den Spagat zwischen Anspruch und Wirklichkeit auflösen können in einer Welt, in der der Stern des Skaleneffekts langsam aber sicher verglüht und dem Paradigma der Autonomie Platz machen muss.

Sabine Kennel hat das Buch wunderbar illustriert.

Überall im Buchhandel. Online hier:

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Leseprobe

Was dieses Buch soll und was es nicht kann

 

„Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten."
Albert Einstein

 

Bisweilen grenzen Genie und Wahnsinn eng aneinander. Manchmal nimmt man ein wenig Wahnsinn in Kauf, um das Genie dahinter leuchten zu sehen. Blickt man aber zurück auf eine Arbeitswoche in einer unserer großen Organisationen, so stellt sich ein Gefühl der ganz anderen Art ein: sich täglich beschleunigender Wahnsinn. Ein Wahnsinn, der die pathologischen Verhaltensweisen selbst zu generieren scheint, aus denen er sich speist: Frustration und Aggression. Am schlimmsten aber ist: am Ende des Pfads lockt nicht etwa das Außergewöhnliche. Nein, das Ergebnis ist meist nichts anderes als: Mittelmaß.

In beidem — im Mittelmaß wie im Wahnsinn — haben sich viele Organisationen eingerichtet, ja geradezu eingekuschelt. Das ist irgendwie und beinahe logisch für das Mittelmaß oder sagen wir freundlicher: den Durchschnitt. Auch wenn es an ein Sakrileg grenzt, das auszusprechen: In der Mitte ist es bequem. Das Risiko ist begrenzt, man muss sich keinen schwierigen Fragen stellen und kann im Wesentlichen weitermachen, wie man es eben immer macht. Der Rest der Welt ist ja per Definition auch größtenteils durchschnittlich.

Natürlich würde kein Manager einer großen Organisation dergleichen zugeben. Vermutlich würde auch keiner dergleichen ernsthaft glauben, denn fast immer wird die praktizierte Durchschnittlichkeit begleitet von der Musik des Wahnsinns, einem sich ständig steigernden Stakkato an Terminen, Initiativen und Immer-Schneller-Vorwärts-Rhetorik. Das Bild vom Hamsterrad ist abgedroschen, aber dennoch beschreibt es die Situation: schneller, immer schneller. Bis zur körperlichen Erschöpfung. Aber ohne substanziellen Fortschritt. Und tatsächlich haben wir auch in diesem Wahnsinn eine Art Komfortzone gefunden. Wir praktizieren ihn geübt und leidenschaftlich. Vom mutig vorgetragenen Wassermelonenstatus (außen grün, innen rot) im Lenkungsausschuss über die multiple Verantwortungsverwässerung in Organigrammen, die wie U-Bahnpläne von Großstädten aussehen, bis hin zu den längst leeren Ritualen der Personalentwicklung — wir tun es! Manchmal tun wir es vielleicht mit einem Augenzwinkern, manchmal klagen wir vielleicht beim Mittagessen und manchmal wehren wir uns vielleicht sogar (ein klein wenig). Aber wir tun es. Schließlich ist der Wahnsinn die Norm und die Geschwindigkeit, mit der wir unser Hamsterrad antreiben, ein wichtiger Einflussfaktor für das persönliche Vorwärtskommen. ...

Details zum Buch

Titel: Mittelmaß und Wahnsinn
Autor/en: Gerhard Hastreiter

ISBN: 3748224192
EAN: 9783748224198

Vom täglichen Spagat zwischen Anspruch und Wirklichkeit in unseren Unternehmen und wie Fortschritt und Innovation tatsächlich vom Fleck kommen könnten.
Auflage 1.
HC runder Rücken kaschiert.
Illustriert von Sabine Kennel
tredition
28. Januar 2019 - gebunden - 208 Seiten

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